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Unsubstitionierbar

Von Stücken, die uns lieb geworden sind. Oder: Eine Hommage an bedeutungsvoll prägnante Gegenstände.

Sie nutzen, dienen, bereichern, pflegen, sättigen, verwöhnen und erleichtern unseren Alltag: Es sind jene Gegenstände, die wir unseren Besitz nennen. Ob als Geschenk, ehrlich erworben mit Quittung und Kassenbeleg oder mit mehr oder weniger Stolz geerbt. Wir sammeln, zeigen, verstecken, hüten oder präsentieren sie – oder sie uns. Doch abseits unserer Kauf- und Wegschmeißsucht, der „Geiz-ist-Geil“-Gierigen, der Recycle-Hippies und der inzwischen so selbstverständlichen „Hey – ist das das neueste I-Phone? ...“- Snobs, existieren sie noch vereinzelt in staubigen Schubladen oder rostigen Schatzkästchen: Die Milchzahnsammlung der Tochter; das Pixibuch mit den abgekauten Ecken; das Taschentuch, welches immer noch nach der Tabakdose von Onkel Willi riecht; die Nummer der Freundin auf einem abgeranzten Notizzettel ... Kurz: Die vielen kleinen geliebten Gegenstände, die so einfach zu ersetzen wären. Wenn sie uns nicht so viel bedeuten würden. Neben all den Kosumgüterverwertungs-, -entwertungs- und -bewertungsmechanismen der globalen Plastikproduzenten und der Tatsache, dass wir nichts davon mit ins Grab nehmen können, stellt sich also die entscheidend intime Frage: Was ist wirklich wichtig?

  • Prof. Dipl.-Des. Felix Scheinberger
  • Prof. Marcus Herrenberger